Ein Traktor versprüht auf einem grünen Feld eine Flüssigkeit.
© fotokostic/iStock

Besser ohne Glyphosat!

Wir wollen eine Landwirtschaft, die leckere und gesunde Lebensmittel für uns alle herstellt und im Einklang mit der Natur wirtschaftet. Das Pflanzengift Glyphosat gefährdet Böden und Grundwasser, die menschliche Gesundheit und biologische Vielfalt. Deshalb setzen wir uns für ein Ende von den Glyphosat ein. Denn eine Landwirtschaft ohne Glyphosat ist möglich.

Glyphosat tötet – erst alles Grün auf dem Acker, dann gelangt es in unsere Gewässer und Lebensmittel. Dabei ist das Pflanzengift für Menschen laut Weltgesundheitsorganisation „wahrscheinlich krebserregend“. Doch die Agrarlobby verhindert mit Unterstützung der Bundesregierung den europaweiten Glyphosat-Ausstieg. Ende November 2017 haben die EU-Staaten entschieden, Glyphosat für fünf weitere Jahre zuzulassen.

Bundesregierung: Lobbyinteressen vor Umwelt und Gesundheit

Besonders skandalös ist das Verhalten von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die weiterhin an Glyphosat festhält. Damit enttäuscht sie rund 1,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger, die 2017im Rahmen der Europäischen Bürgerinitiative Stopp Glyphosat" das Aus des Pflanzengifts gefordert haben. Die historische Chance, den Glyphosat-Ausstieg einzuleiten, wurde verspielt. Die EU-Staaten sind vor Monsanto und Co eingeknickt, denn erst nach Ende der bis 2022 laufenden Zulassungsperiode ist ein vollständiges Verbot auf EU-Ebene möglich.

Für eine grüne Landwirtschaft ohne Glyphosat

Wir werden dennoch alles dafür tun, dass die Glyphosat-Anwendung drastisch reduzierten und so schnell wie möglich beendet wird. Dafür braucht es nationale Anwendungseinschränkungen, die das dramatische Artensterben auf unseren Äckern bremsen und die Krebsgefahr für uns Menschen ausschließen.

Unsere Forderungen:

  • Glyphosat-Anwendung in der Landwirtschaft darf nur noch nach Genehmigung möglich sein.
  • Es braucht eine Begrenzung der Anwendungen und Mengen sowie Abstandsauflagen in der Nähe von Gewässern und anderen sensiblen Gebieten.
  • Glyphosat darf nicht in der Vorerntebehandlung eingesetzt werden, damit sich die Glyphosat-Rückstände in Lebensmitteln schnell reduzieren.
  • Wir wollen den vollständigen Glyphosat-Ausstieg im öffentlichen Raum, auf Spielplätzen, im Wald und bei der Privatanwendung.

Warum wird Glyphosat bisher eingesetzt?

Glyphosat ist vor allem ein Mittel zur Einsparung von Arbeitskraft und Treibstoff bei der Bodenbewirtschaftung. Vor allem große Betriebe können durch das flächendeckende „Totspritzen“ des Ackers mit Glyphosat billiger produzieren. Das Gift befeuert so die Rationalisierung und das Höfesterben. Die Einzigen, die nicht ohne Glyphosat auskommen, sind hoch-rationalisierte landwirtschaftliche Großbetriebe mit riesigen Monokulturflächen und der Anbau von Gentech-Pflanzen in Übersee, die gegen den Wirkstoff immun gemacht worden sind.

Schon heute verzichten nicht nur Ökolandwirt*innen, sondern auch konventionelle Landwirt*innen auf Glyphosat. Beispiele sind die Schweizer Produzenten mit Gütesiegel IP Suisse und in Bayern die Lieferanten der Berchtesgadener Molkerei. Auch die Eiscreme-Marke Ben & Jerry‘s will in Europa ihre Lieferanten auf Glyphosat-Verzicht verpflichten. Unsere Landwirte sind in der Lage, ihre Bewirtschaftungssysteme so umzustellen, dass Glyphosat nicht eingesetzt werden muss.

Welche Alternativen zu Glyphosat gibt es?

Glyphosat erlaubt es, den Boden ohne Pflug von Pflanzenresten und „Unkraut“ zu befreien. Eine bodenschonende Bewirtschaftung lässt sich allerdings auch mit der Anpflanzung von Zwischenfrüchten wie Raps oder Futtermais erreichen, die zwischen anderen zur Hauptnutzung dienenden Feldfrüchten angebaut werden und als Dünger oder Tierfutter dienen. Dabei dienen Erntereste und abgetötete Pflanzen als Bodenabdeckung und beugen Erosion vor. Das ist deutlich effektiver und giftfrei.

Auch ohne den Einsatz von Glyphosat muss der Boden nicht immer umgepflügt werden, um „Unkraut“ mechanisch zu entfernen. So reicht im Getreideanbau oft bereits die Auflockerung des Bodens, in Gemüsekulturen hat sich die thermische Unkrautbekämpfung über eine kurzfristige Erwärmung der Pflanzenoberfläche etabliert. Perspektivisch können in der Zukunft auch einfache Roboter die Entfernung von „Unkraut“ übernehmen. Hierfür bietet die Digitalisierung viel Potenzial.

Aber günstiger ist Glyphosat doch, oder?

Mittel- bis langfristig ist der Glyphosat-Einsatz teurer. Bei Monokulturen, dem Anbau einer einzigen Pflanzenart über mehrere Jahre hinweg auf derselben Fläche, zieht das Weglassen des Pflugs Schädlinge an und „Unkräuter“ breiten sich schneller aus. Das führt zu einem höheren Einsatz von Pestiziden. Die Einsparungen durch den Verzicht auf das Pflügen werden so wieder aufgehoben.

Außerdem wirkt sich Glyphosat negativ auf das Bodenleben aus, was langfristig die Erträge sinken lässt. Und gesamtgesellschaftlich gesehen kommt uns Glyphosat mit seinen negativen Auswirkungen auf Gesundheit, Umwelt und biologische Vielfalt sowieso viel zu teuer zu stehen.